Wenn plötzlich alles anders ist – nach einer schweren Diagnose
Vielleicht sitzen Sie gerade da und versuchen zu begreifen, was Ihnen gesagt wurde. Ein Gespräch, ein paar Worte – und plötzlich steht Ihre Welt still. Eine Diagnose. Oder die Nachricht, dass eine Operation bevorsteht.
Und jetzt ist da so vieles gleichzeitig: Angst – Ungewissheit – Fragen – Vielleicht auch eine seltsame Leere.
Sie haben die Worte noch im Ohr und doch reichen sie nicht bis zu Ihrem Verstand durch. Zu unbegreiflich. Zu viel Achterbahn der Gefühle.
Manchmal funktioniert man einfach nur noch oder möchte einfach wegrennen. Und manchmal drehen sich die Gedanken im Kreis und hören nicht mehr auf. Für manche fühlt sich alles unwirklich an. Manche Menschen fühlen sich, als seien sie in einem gläsernen Tunnel. Während sie durch das Glas andere Menschen und die Welt vorbeihasten sehen, laufen sie selbst im Schneckentempo vorwärts – wie gelähmt und alles ist dumpf, wie in Watte gepackt.
Wenn es Ihnen so geht: das ist eine ganz natürliche Reaktion. Ihr System versucht gerade, etwas zu verarbeiten, das Ihr Leben verändert. Ihr Körper hat einen eingebauten Selbstschutz und die Menschen reagieren unterschiedlich auf diese Situationen. Wichtig ist:
Sie müssen jetzt nichts – auch nicht „stark“ sein.
Viele Menschen glauben in solchen Momenten, sie müssen jetzt besonders stark sein. Für sich. Für die Familie. Für die Ärzte. Aber Stärke bedeutet nicht, alles wegzudrücken. Stärke kann auch sein:
· Ängste zuzulassen.
· den Emotionen Raum zu geben.
· sich Hilfe zu erlauben.
· nicht zu wissen, wie es weitergeht.
Sie dürfen gerade genau so sein, wie Sie sind: emotional, aufgewühlt, wütend, zweifelnd.
Ein kleiner Anker für den Moment
Wenn alles zu viel wird, hilft es manchmal, wieder im Hier und Jetzt anzukommen.
Eine einfache Übung für drinnen:
· Eine Hand auf Ihren Bauch legen
· Langsam durch die Nase einatmen
· Spüren, wie sich der Bauch hebt
· Länger ausatmen, als einatmen
Wiederholen Sie das 5-6 Atemzüge lang.
Eine einfache Übung für draußen:
Gehen Sie raus. Frische Luft atmen, gehen und dabei die Schritte zählen. Wer zählt schaltet die Gedanken aus und kann den Kopf freibekommen.
Es geht nicht darum, die Angst „wegzumachen“, sondern Ihrem Körper zu zeigen: Ich bin gerade hier. Ich halte das aus.
Gedanken, die kommen dürfen
Vielleicht kennen Sie Sätze wie:
· „Was, wenn etwas schiefgeht?“
· „Warum ich?“
· „Ich habe solche Angst.“
Diese Gedanken sind nicht falsch. Aber Sie müssen sich nicht komplett von den Gedanken bestimmen lassen. Manchmal hilft es, innerlich einen kleinen Abstand zu schaffen: „Ich bemerke gerade, dass ich Angst habe.“
Das verändert nichts an der Situation – aber es verändert, wie sehr die Situation Sie überrollt.
Und wenn Sie merken, dass Sie nicht alleine dadurch gehen möchten
Es gibt Phasen im Leben, die zu groß und zu emotional sind, um sie alleine zu tragen. Wenn Sie merken, dass Sie diese Situation innerlich sehr belastet – die Gedanken, die Angst oder auch die Leere – dann dürfen Sie sich Unterstützung holen.
Ich unterstütze Menschen dabei, mit Angst, Unsicherheit und emotionaler Überforderung umzugehen – besonders in Zeiten von Krankheit und medizinischen Eingriffen: ruhig, achtsam und in Ihrem Tempo.
Wenn Sie möchten, können Sie sich unverbindlich bei mir melden.